Was ist Sucht?
Das differenzierte Therapieangebot legt zugrunde, dass Sucht eine Krankheit ist und ein komplexes Phänomen darstellt, das die Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen, Milieu-, Familien-, persönlichkeitsspezifischen und biologischen Faktoren darstellt. Eine Diagnose "Abhängigkeit im Jugendalter und im frühen Erwachsenenalter" kann nach dem Klassifikationsschema nur gestellt werden, wenn 3 der folgenden Kriterien gegeben sind:
1. Es besteht ein starker Wunsch oder eine Art Zwang nach dem Konsum
psychoaktiver Substanzen.
2. Bezüglich der Menge, des Zeitpunktes und der Beendigung des
Konsums der Suchtmittel gibt es eine verminderte Selbstbestimmung
und Kontrollfähigkeit.
3. Der Konsument psychoaktiver Substanzen vermeidet
substanzspezifische körperliche Entzugssyndrome durch die
fortgesetzte Aufnahme gleicher oder verwandter Substanzen.
4. Es besteht eine Toleranzentwicklung, die kompensiert wird durch den
Konsum zunehmend höherer Dosierungen.
5. Die Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen führt bei
Fortschreitung zur Vernachlässigung der sozial akzeptierten
Verhaltensweisen und Pflichten, weil sich der Aufwand zur
Beschaffung der Suchtmittel zunehmend erhöht und die Folgen des
Konsums sich nicht mehr übersehen lassen.
6. Anhaltender Konsum psychoaktiver Substanzen trotz des Nachweises
eindeutiger
gesundheitlicher und sozialer Folgen.
